Ruft eine von einem Notfall betroffene Person den Sanitätsnotruf 144 an, stellt der Leitstellendisponent ihr zuerst eine ganze Reihe von gezielten Fragen zur geografischen Standortbestimmung. Mittels weiterer ausgewählter Schlüsselfragen versucht er anschliessend, mögliche Gefahren zu bestimmen, die für direkt oder indirekt betroffene Dritte möglicherweise ein Risiko darstellen. Das können Gefahren im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr, menaces d'agression/Angriffsbedrohung, -gefahr?, giftige oder entzündliche Substanzen etc. sein. Es folgen Fragen zur Klärung des Zustands des oder der Opfer: Ist der Patient bewusstlos, hat er Atemprobleme, Schmerzen, sind Anzeichen einer Blutung oder eines Herzstillstands erkennbar?
Im Laufe dieser kursorischen, aber hinsichtlich Vitalfunktionen dennoch wichtigen Fragen vergibt der Leitstellendisponent einen Code, in welchem direkt die Dringrlichkeitseinstufung des gemeldeten Ereignisses zum Ausdruck kommt. An diesem Code lassen sich die an den Unglücksort aufzubietenden Rettungsmittel – Notfallarzt, Ambulanz, Helikopter ableiten.
Das AMPDS-System enthält 33 verschiedene Unglücksprotokolle, die von Sturz über Schmerzen im Thoraxbereich, Blutungen etc. reichen; es werden damit alle medizinisch-chirurgischen Notfälle abgedeckt. Für jedes dieser Protokolle gibt es vier unterschiedliche Grade, von leicht (ist mit einer einfach Arztkonsultation erledigt) bis hin zu schwerwiegend (Reanimation vor Ort notwendig). Ein weiterer grosser Vorteil des Systems besteht darin, dass es unseren Leitstellen-disponenten nach dem Aufgebot der ersten Mittel die Möglichkeit gibt, den Personen vor Ort genaue Anweisungen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen zu erteilen, wie z. B. Stillung einer Blutung oder erste Hilfe einer Gebärenden, unter Berücksichtigung der elementaren situativen Sicherheitsmassnahmen. Das AMPDS hat sich bewährt; seine Anwendung erfordert eine entsprechende Grundausbildung sowie fortlaufend Weiterbildung. Es wird regelmässig an unsere Bedürfnisse angepasst, zudem untersteht das System einem Qualitätskontrollprogramm.
Das AMPDS ermöglicht unserer Zentrale das aktive Management von Anrufen des Typs DLS (Dispatch Life Support) in Analogie zum BLS (Basic Life Support) oder zum ALS (Advanced Life Support). Damit ist die Zentrale heute ein wirklich starkes Glied in der Rettungskette.
Seit 2008 ist bei uns die neuste AMPDS Version 11.3 installiert worden. Sie übertrifft alle früheren Versionen anhand von diesen vier grundlegenden Vorteilen :
- befindet sich auf dem gegenwärtigen neusten medizinischen Stand
- verfügt über mehr Anweisungen
- ist viel dialogorientiert
- ist besser eingeteilt.
Mit diesen Änderungen ist die neue Version einfacher anzuwenden, was gleichtzeitig zu einer besseren Patientenversorgung und einem besseren Outcome führt.
Die Implementation der neuen Richtlininen für kardiopulonale Reanimation (CPR) der American Heart Association (AHA), das European Resuscitation Council (ER) und andere, der ILCOR angehörige Vereinigungen wurde in der neue AMPDS Version miteingebaut.
ProQA
ProQA-Die AMPDS Software.
ProQA ist die Software-Version des Advanced Medical Priority Dispatch System (AMPDS). Neben allen Funktionsmerkmalen der AMPDS Klappkarten-Version beinhaltet ProQA umfassend statistische Funktionen zur Qualitätssicherung, anhand derer die Leistungsfähigkeit nach verschiedenen Merkmalen in einer eigenen Datenbank überprüft werden kann. Alle Aktivitäten am System werden lückenlos mit dem Namen des Einsatzleiters und der Uhrzeit dokumentiert und der Gesprächsverlauf einer Notfallaufnahme kann in Form von Klartextprotokollen nachvollzogen und ausgedruckt werden.
Während die AMPDS Klappkarten-Version parallel zu vohandenden Dokumentationssystemen verwendet wird, kann die ProQA Rechnerversion auf PC-Basis oder integriert in ein Einsatzleitrechnersystem installiert werden.
Mehr Informationen zum AMPDS und zu PROQA finden Sie unter : http://www.prioritydispatch.net
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