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Übersicht Helikopter

Von der Rhoneebene hinauf zu den höchsten Gipfeln sind es gut und gerne 4'000 Meter. Wenn irgendwo dazwischen schnelle Hilfe benötigt wird, dann sie oft nicht weit – die Helikopter. 1957 erhielt der bekannte Gletscherflugpionier Hermann Geiger von der Schweizerischen Rettungsflugwacht (heute: Rega) den ersten Helikopter für Rettungseinsätze in den Walliser Bergen. Mehr als ein halbes Jahrhundert später sind die «Engel der Lüfte» nicht mehr aus dem Rettungswesen wegzudenken

Die Walliser Luftrettung ist eine Erfolgsgeschichte, die seit den 1960er-Jahren eine rasante Entwicklung verzeichnet: 1965 gründete Bruno Bagnoud die Air-Glaciers, drei Jahre später hob Beat Perren die Air Zermatt aus der Taufe. Heute arbeiten beide Unternehmen mit Bergführern und anderen Rettungsspezialisten zusammen, um mit viel Know-how und modernstem Material Rettungseinsätze am Walliser Himmel zu fliegen.

Während der Hochsaison halten sie gesamthaft acht Maschinen samt Besatzung (bestehend aus Pilot, Rettungssanitäter und Arzt) in Bereitschaft. Die Sanitäter und Ärzte sind bestens für die speziellen Anforderungen der Rettung aus der Luft und in schwierigem Gelände ausgebildet.

Die Helikopter sind im Walliser Rettungswesen mittlerweile unverzichtbar. Sie können von der Notrufzentrale 144 der KWRO z.B. für Rettungen im Gebirge, in weit entfernten Dörfern, auf Skipisten oder in schwer zugänglichen Gebieten sowie für dringende Verlegungen von einem Spital in ein anderes aufgeboten werden. Auch bei der Personensuche und beim Transport von Rettungsspezialisten, Hundeführern und Material in ein Lawinen- oder Schadensgebiet spielen die Helis eine wichtige Rolle.

Air Zermatt und Air-Glaciers sind privatwirtschaftliche Unternehmen, die nicht nur von der Rettung leben. Ihre Helikopter werden oft auch für Nachschublieferungen für die Berghütten, Material- und Personentransporte, die Brandbekämpfung aus der Luft und landwirtschaftliche Schwertransporte in Anspruch genommen.

Ausserdem bieten Air Zermatt und Air-Glaciers im «Alpine Rescue Center» bzw. im «Maison FXB du sauvetage» Kurse für Neulinge und Fortgeschrittene an.

Durch diese vielfältigen Aufgaben können sich die Piloten und Flughelfer sehr viel praktisches Können aneignen, was auch der Luftrettung zugutekommt. 

Air-Glaciers

Die Air-Glaciers wurde im Jahre 1965 von Bruno Bagnoud gegründet. 30 Jahre später kam das «Maison François-Xavier Bagnoud» (FXB) hinzu, welches auf Rettungseinsätze spezialisiert ist. Die Air-Glaciers hat ihre Basisstationen in Collombey, Gampel und Sitten und ist vor allem im Unter- und Mittelwallis aktiv.

In der Hochsaison kann die Notrufzentrale 144 der KWRO vier bis fünf und in der Zwischensaison einen Helikopter der Air-Glaciers samt Besatzung für Rettungseinsätze aufbieten. Bei Bedarf stehen weitere Maschinen und personelle Ressourcen bereit.

Die Air-Glaciers und das Maison FXB du sauvetage verfügen über fünf Rettungsspezialisten mit einer Bergführer- und Sanitäterausbildung. Nötigenfalls können sieben weitere Hilfsrettungsspezialisten aufgeboten werden, darunter zwei Ärzte. Die Ärzte der Gebirgs-Notärzte-Vereinigung GRIMM gewährleisten auf der Basis in Sitten einen Pikettdienst, so dass immer genügend Ärzte abflugbereit sind.

Bei den Rettungseinsätzen ist Teamwork zwischen den Ärzten, Rettungsspezialisten, Piloten, Flughelfern und den Verwaltungs- und Logistikmitarbeitenden am Boden gefragt.

Die verschiedenen Helikoptertypen erlauben es der Air-Glaciers, den vielfältigen Anforderungen der Luftrettung gerecht zu werden.

Besonders bei Grossereignissen oder Lawinenniedergängen arbeitet die Air-Glaciers über regionale Grenzen hinweg mit der Air Zermatt zusammen. 

Air Zermatt

Die Air Zermatt wurde 1968 von einigen Idealisten rund um Beat Perren gegründet. Seitdem die erste Alouette III am Fusse des Matterhorns landete, hat sich viel getan. Heute verfügt das Unternehmen über Basisstationen in Zermatt, Gampel und Raron. Die Rettungsflüge konzentrieren sich vor allem aufs Oberwallis.

Die Air Zermatt hält für die Notfallversorgung von Gästen und Einheimischen in der Hochsaison vier und in der Zwischensaison zwei Helikopter mit Ärzten an Bord bereit. Je nach Bedarf kann die Kapazität durch weitere Helikopter erhöht und das Einsatzgebiet erweitert werden.

Als Pionierin hat die Air Zermatt im Laufe der Zeit mehrere wegweisende Bergrettungstechniken und -geräte entwickelt wie zum Beispiel das Dreibein für die Rettung von Gletscherspaltenopfern oder die Rettung von Alpinisten mittels Teleskopantenne unter Überhängen.

Mit ihren 65 Mitarbeitenden und 9 Helikoptern deckt die Air Zermatt sämtliche Facetten der Luftrettung ab.

Ausserdem arbeitet sie eng mit der lokalen Rettungsstation zusammen. Dadurch stehen ihr perfekt ausgebildete Bergführer zur Verfügung, die als Rettungsspezialisten am Boden in Aktion treten können, z.B. wenn die Helikopter wegen schlechter Witterung nicht fliegen können.

Das Helikopterunternehmen mit den roten und weissen Sternen geniesst grosses internationales Ansehen. Die Air Zermatt erhielt 3 Mal den Heroism Award, die höchste Auszeichnung der internationalen Luftfahrt.

Helikopterärzte

Gemäss den Richtlinien des Interverbandes für Rettungswesen (IVR) muss die Besatzung eines Rettungshelikopters aus einem Piloten, einem Rettungssanitäter und einem Arzt bestehen. Für den «Arzt der Lüfte» bedeutet dies, dass er neben seinem medizinischen Können noch ein paar schwindelfreie Extras mitbringen muss, um auch an den scheinbar unmöglichsten Orten Erste Hilfe leisten zu können.

Bevor es die KWRO gab, wurde die Bergrettung über die Kantonspolizei abgewickelt. In den 1960er-Jahren gab es eine Vereinbarung zwischen der Polizei und den Spitälern Siders und Sitten, wonach «gebirgstaugliche» Spitalärzte im Notfall zusammen mit ebenso bergerprobten Gendarmen per Helikopter ins Gebirge geflogen werden. 1981 wurde im Unterwallis auf Initiative von Jacky Michelet von der kantonalen Bergrettungskommission die Gruppe der Gebirgs-Notärzte (GRIMM) gegründet, die weder Felsvorsprünge noch Helikopterseile scheut.

Mit der Gründung des Maison FXB du sauvetage wurden Bergführer, Helikopterpiloten und Notärzte unter einem Dach vereint. Die Ärzte von FXB /Air-Glaciers gewährleisten auf der Basis in Sitten turnusgemäss rund um die Uhr einen Pikettdienst und sind nicht nur in der Luft anzutreffen, sondern auch am Boden, wo sie für den mobilen Notarztdienst SMUR Sion aktiv sind. Diese medizinischen Allrounder sind nur nebenberuflich in der Rettung tätig und gehen sonst einem «normalen» Arztberuf nach.

Im Oberwallis kam die Idee mit den Gebirgsärzten schon etwas früher auf, nämlich 1973. In diesem Jahr stellte die Air Zermatt als erstes Rettungsunternehmen der Schweiz eigene Ärzte an. Heute sind auf der Helikopterbasis rund um die Uhr Not- und Anästhesieärzte anwesend, die sich mit Einsätzen in luftiger Höhe bestens auskennen. Wie ihre Unterwalliser Kollegen sind auch die Ärzte der Air Zermatt nur nebenberuflich im Helikopter unterwegs.

Siehe auch

Links

Air-Glaciers SA
Air Zermatt
GRIMM